Ansprache des Bischofs Mor Julius Dr. Hanna Aydin

zur Premiere Darbo D´Hubo 29.09.2007 in Gütersloh

Ansprache des Bischofs Mor Julius Dr. Hanna Aydin,

zur Premiere des Films: DER WEG DER LIEBE,

gehalten am 29. 09. 2007 in der Stadthalle Gütersloh

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder unserer syrisch-orthodoxen Kirche in Gütersloh,
die Sie zur Premiere des Filmes "DER WEG DER LIEBE" gekommen sind.
Der Film, eine Erfindung des frühen 20. Jahrhunderts, hat die Gesellschaften mehr verändert als alle Erfindungen vorher. Er eröffnete das mediale Informationszeitalter, dass in den ca. 100 Jahren uns und unsere Nachbarn nahegebracht und die Welt in der wir leben hat kleiner werden lassen.
Was in fernsten Gegenden oder in unmittelbarer Nähe an Ereignissen stattfindet, kann, entsprechend der modernen Technik, in sekundenschnelle in alle Welt weitergegeben werden. Im Ergebnis hat diese Entwicklung dazugeführt, dass den Menschen bewusst wurde, wie eng wir alle miteinander verbunden sind. Diese Technik , die vom einfachen schwarz - weiß Profil, den Farbfilm bis zum 3 dimensionalen Bild über CD, CD-Rom SMS immer weiter verfeinert wurde, lässt keine abgeschlossenen Gesellschaften mehr zu und was in der einen Weltgegend an guten und schlimmen Dingen geschieht, wird nach kurzer Zeit zum Wissen aller.
Diese Technik machen sich auch Diktaturen, Ideologien und Menschenverführer zu nutze, die mit Weltverschwörungsfantasien glauben, ihre oft verschrobenen Lehren allen Menschen zu vermitteln. So wurden und werden durch Manipulation, Verkündung von Unwahrheiten als Wahrheiten, wiederholen von Behauptungen und Ideen für eine Zeit die Menschen und ihre Gesellschaften Dank der Überzeugungskraft der Handelnden die Gesellschaften und Menschen verführen können. Dabei übersehen diese Verführer aber, dass genau das Gegenteil die Folge ist. Bald tritt Vertrauensverlust ein, die Menschen wenden sich ab und schließlich werden sie sich der Manipulation und des Katastrophehorrors überdrüssig zeigen und diese abstrusen und menschenfeindlichen und oft Gewaltbereiten Ideen aussondern und ihnen ein Ende bereiten.
Andererseits ist diese Technik ein Segen für die Menschheit oder Gegenstand der Freude, wenn sie verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Wir allen haben die großartigen Bildinszenierungen aus dem religiösen Leben der Menschen, Gebetstreffen aber auch anderer öffentlicher Ereignisse vor unseren Augen. Auch die Weitergabe von Wissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen gehört zum segensreichen Ergebnis dieser Technik.
Filme dieser Art helfen mit, den Analphabetismus zu überwinden, die Unwissenheit vieler Menschen, denen vorsätzlich Bildung und Ausbildung oder die Wahrheit verweigert wird, zu beseitigen, Manipulationen und Verführungen einzuschränken. Sie können letztlich zu der Einsicht führen, dass alle Menschen Geschwister sind. Die Grundlage dieser faszinierenden Technik ist, dass durch die Vergegenwärtigung von Bewegung und Aktion unmittelbar Ereignisse oder Vorgänge sichtbar gemacht werden, und durch die Unmittelbarkeit der Übertragung der Lebensvorgänge in die Anschaulichkeit des Optischen, uns alle vermittelt. Von besonderer Großartigkeit ist die Darstellung, von gemeinhin als „Film“ bezeichneten Geschichten, Dramen Erzählungen oder Lebensschicksalen, die uns teilnehmen lässt an dramatische oder auch heitere Lebensepisoden. Diese Art von Unterhaltung ist ein Massenmedium, das früher, wegen der geringen Verbreitungsmöglichkeit, meist nur privilegierten Personen zugänglich war, nun für viele gleichzeitig zum Erlebnis werden kann. Die oft dramatischen Handlungsabläufe lassen uns teilhaben an der Lösung von menschlichen Problemen, an der Überwindung von Krisen und an der Vermittlung der guten Botschaft. Dadurch, dass wir uns mit dem Handlungsabläufen identifizieren können, werden wir Mitspieler, Mitagierende und Mithandelnde. Wir identifizieren uns mit der Handlung und können so Hilfsmöglichkeiten für unsere eigene Situation erschließen.
Diesem Handlungsschema folgt auch der heute vorgestellte Film.
Er erzählt von der Liebe eines jungen Mannes und einer jungen Frau, die durch die verfeindeten Familien aus der sie stammen nicht zusammenkommen können. Erst durch Tricks und verschiedener anderer Menschen können die beiden zusammen geführt werden können. So konnte die Krise in der Liebe überwunden werden und das Trennende aufgehoben werden. Die Macht der Liebe überwiender auch scheinbar unüberwindbare Gegensätze. Wenn dann am Ende alles noch einen guten Ausgang nimmt, so erfahren wir, dass ist auch wohl das Anliegen der Regisseure, dass die Liebe alles überwindet. Und so kommen wir über den Umweg der technischen Vermittlung dieses Filmes wieder zum christlichen Glauben, der im Gegensatz zu allen anderen Glaubensrichtungen dem Gebot der Liebe und der Nächstenliebe den höchsten Stellenwert zumisst.
Der Film macht deutlich, dass menschliches Versagen, Haß und Streit nur durch die Liebe überwunden werden können. In diesem Sinne ist dieser Film gleichzeitig ein religiöses Dokument der christlichen Botschaft.
Ich wünsche den Regisseuren, dass ihr Film möglichst viele Zuschauer und Mitgestalter erfährt und uns, die wir im Zuschauerraum sitzen, dass wir die Unmittelbarkeit der Botschaft erkennen, begreifen und weitergeben.

Wir danken den Regisseuren und Mitarbeiter für diesen Film und wünschen ihnen viel Erfolg und dass Sie uns zukünftig mit weiteren guten und erfolgreichen Filmen erfreuen mögen.




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